KONF.4.1 — Anbindung an Verzeichnisdienst

SOLLTE Security level: normal-SdT Effort 3 BSI-Stand-der-Technik-Kernel
Statement (Anforderung)

Konfiguration für IT-Systeme SOLLTE die Anbindung an einen Verzeichnisdienst aktivieren.

Guidance (Erläuterung)

Anbindung meint hier die Authentifizierung und Autorisierungsprüfung von Zugangskonten über einen Verzeichnisdient (häufig auch als Directory Service bezeichnet). Dies ermöglicht die zentrale Verwaltung von Identitäten und deren Berechtigungen. Dies bedeutet, dass Zugriffsrechte für alle angebundenen Systeme zentral verwaltet und bei Bedarf umgehend angepasst werden können, was die Einhaltung des Prinzips der geringsten Rechte (Principle of Least Privilege) unterstützt. Ein häufiger Ansatz zur technischen Umsetzung ist die Verwendung von Protokollen wie LDAP (Lightweight Directory Access Protocol) oder der Einsatz von Single Sign-On (SSO) Lösungen, die eine einmalige Authentifizierung des Nutzers für mehrere Systeme ermöglichen. Institutionen können dabei die Anbindung neuer Systeme durch Automatisierung im Rahmen des Provisioning-Prozesses sicherstellen, um menschliche Fehler zu reduzieren. Beispielsweise könnte ein Standard-Skript bei der Installation eines neuen Servers dessen automatische Anbindung an den Verzeichnisdient veranlassen. In Windows Betriebssystemen erfolgt die Konfiguration des Betriebssystem über entsprechende Gruppenrichtlinien (Group Policy Object) aus dem Active Directory.

Tags: Produktbeschreibung
Statement properties
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target_object_categories IT-Systeme
documentation Konfigurationshistorie
result die Anbindung an einen Verzeichnisdienst
action_word aktivieren
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          "prose": "„Weiterleitung mehrfach verwendbarer Anmeldeinformationen“ (auch als Credential Forwarding oder Credential Delegation bekannt) meint technische Mechanismen, bei denen die Anmeldeinformationen eines Zugangskontos (z.B. Kennworthashes oder Kerberos-Tickets) an ein zweites System weitergereicht werden, um sich dort ebenfalls zu authentifizieren, ohne die Daten erneut eingeben zu müssen. Ziel der Deaktivierung ist hier die Unterbrechung von Angriffsketten, die auf dem Diebstahl von Zugangsdaten basieren. Ein Angreifer könnte sonst nach der Kompromittierung eines weniger kritischen Systems, wie einem Webserver, die dorthin weitergeleiteten Anmeldeinformationen eines Administrators aus dem Arbeitsspeicher auslesen und sich mit diesen Rechten unbemerkt im gesamten Netzwerk weiter ausbreiten (Laterale Bewegung). Das gezielte Deaktivieren des Credential Forwarding kann die Angriffsfläche erheblich reduzieren und solche „Pass-the-Hash“- oder „Pass-the-Ticket“-Angriffe effektiv eindämmen, da Anmeldeinformationen mit hohen Privilegien gar nicht erst auf unsichere Systeme gelangen. Stattdessen kann die Authentifizierung ausschließlich temporäre, eingeschränkte Tickets oder Tokens verwenden. Hierzu gehören z.B. Windows Remote Credential Guard oder RestrictedAdmin, sowie unter Linux SSH-Agent Forwarding oder GSSAPI. Eine Token-basierte Authentifizierung ist eine Strategie zur Verbesserung der Informationssicherheit. Nachdem Benutzende ihre Anmeldedaten eingegeben haben, werden diese überprüft und ein einmaliges verschlüsseltes Token generiert, mit dem sie anschließend auf Online-Ressourcen zugreifen können, ohne bei jeder Anfrage ihren Benutzernamen und ihr Passwort eingeben zu müssen. Bei SSH-Verbindungen kann die unsichere „Agent Forwarding“-Funktion serverseitig in der Konfigurationsdatei deaktiviert werden."
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